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04/2005

Tauwasser,
Schimmelbildung, blinde Scheiben
Die auftretenden
Zustände sind physikalisch bedingt und haben ihre Ursache im Zusammenspiel von
der Temperatur außen, der Temperatur innen und der Luftfeuchtigkeit innen.
Am 01.02.2002
wurde die neue ENEV (Energieeinsparungsverordnung) durch den Gesetzgeber in
Kraft gesetzt. Diese fordert eine zusätzliche Energieeinsparung die unter
anderem durch eine weitgehende Dichtigkeit der Gebäudehülle (Fensterfugen,
Dachdämmung, ....) erreicht wurde.
Die feuchte
Raumluft (Pflanzen, Duschen, Wäsche, Personen, .... ) kann nicht mehr
entweichen und macht sich durch Tauwasser, Schimmel und bei andauernder
Belastung durch Feuchtigkeit
im
Scheibenzwischenraum bemerkbar.
Auf Grund der
geltenden gesetzlichen Vorschriften wie:
Energieeinsparverordnung
vom 01.02.2002 (ENEV) und
Wärmeschutzverordnung
DIN 4108 Stand 07/2003
ist es nicht
möglich Tauwasser und Schimmel durch die Fensterkonstruktion zu vermeiden
Es sind dabei 2
Dinge zu unterscheiden:
a) Tauwasserbildung
innerhalb des Fensters
b)
Tauwasserbildung zum Baukörperanschluss
zu a)
In Bezug auf
Tauwasser und Schimmelpilz weist die DIN 4108 ausdrücklich darauf hin, dass
innerhalb der Fensterkonstruktion keine Anforderungen bestehen, und deshalb
auch keine Mindestoberflächentemperaturen am Fenster verlangt werden. Somit ist
z.B. beim Übergang von Glasleiste zur Glasscheibe oder im Falz bei den
Beschlägen mit Tauwasser oder auch bei extremen Verhältnissen mit Schimmel zu
rechnen .
Tauwasser bildet sich bereits bei einer
Luftfeuchtigkeit von 50% und 20°C Innenlufttemperatur bei Abkühlung auf unter
9,3°C.
Bei sehr niedrigen Außen-
oder Innentemperaturen kann dies bei Frost auch zum Anfrieren in der
Dichtungsebene führen.
zu b)
Beim Übergang des
Fensters zum Baukörper gelten folgende Anforderungen:
Sofern die
konstruktiven Wärmebrücken beispielhaft entsprechend DIN 4108 Beiblatt 2
ausgeführt werden, gelten diese als ausreichend wärmegedämmt und es muss kein
zusätzlicher Nachweis geführt werden (der überwiegende Teil der
Anschlussdetails wird auf diese Weise geplant).
Für abweichende
Konstruktionen gilt, dass die 12,6° Temperaturkurve (genannt 13° Isotherme) im
Baukörper liegen muss.
Rechnerisch
bedeutet dies, dass der Temperaturfaktor f Rsi über 0,7 liegen muss!
Um diese Werte zu
ermitteln ist der exakte Baukörperanschluss mit allen verwendeten Materialien
zu definieren und eine Isothermenberechnung erforderlich (dabei handelt
es sich
entsprechend VOB Teil C DIN 18355 4.2.11 um eine besondere Nebenleistung die
gesondert vergütet werden muss).
Das Normklima wird folgendermaßen
definiert:
Temperatur außen :
-5° C
Temperatur
innen: +20° C
Luftfeuchtigkeit
innen: 50%
Es wird in der DIN 4108 ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es zu Tauwasserbildung kommen kann.
Wenn sich die
Parameter entsprechend ändern (z.B.Veränderungen der Aussenlufttemperatur,
Innentemperatur, oder Luftfeuchtigkeit innen), kommt es entsprechend zu mehr
oder weniger Tauwasserbildung.
Fazit:
Um Tauwasser und
Folgeschäden zu vermeiden muss ein entsprechender Luftwechsel erreicht werden.
Dieser kann meist durch ca. 3-5 Stoßlüften (am besten durch Querlüftung) von
5-10 Min. erreicht werden, oder es ist durch entsprechende mechanische Zu- und
Abluftanlagen ein Luftwechsel sicherzustellen.
Evtl. anfallendes Tauwasser muss vom Nutzer beseitigt werden.
Auch eine
normgerechte Fensterkonstruktion kann dabei Tauwasser oder Schimmelbildung
nicht vermeiden.
In der beiliegenden Tabelle kann man die Taupunkttemperatur in Abhängigkeit von
der Lufttemperatur innen und der Luffeuchtigkeit ersehen.
Eine zu große
Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen muss zwingend abgestellt werden, da es sonst zu
Schäden an den Fenstern und Gebäuden kommen kann, und es bei dauerhaften
Erscheinungen sogar zu Gesundheitsschäden führen kann.
Scheiben die auf
Grund von übermäßigem Tauwasser + Schimmelbildung blind werden, können nicht im
Rahmen der Gewährleistung kostenlos ersetzt werden, da innerhalb der
Gewährleistung nur Leistungen ersetzt werden, die herstellungsbedingte Mängel aufweisen.
Sofern ein
Scheibentausch gewünscht wird, muss dieser vergütet werden.
Zum Thema
Tauwasser und Lüftung gibt es bereits eine Vielzahl an Veröffentlichungen.
Unter anderem können diese im Internet unter folgenden Adressen eingesehen
werden können.
www.deutsche-energie-agentur.de
HAMA - Alu +
Holzbauwerk GmbH
Max-von-Müller Str. 72
84056 R o t t e n b u r g
ppa.
Johann Eibl
Technischer Leiter
Anlage: Tabelle Taupunkttemperatur
